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Die nackte Wahrheit: Warum täuschen Frauen den Orgasmus vor?

Frauen täuschen Liebesseufzer und ekstatische Schreie im Bett nicht in erster Linie deshalb vor, um die empfindlichen Egos ihrer Partner zu schützen. Forschungen zufolge ist einer der Hauptgründe die eigene Unsicherheit und die Angst vor Intimität.

Der vorgetäuschte Orgasmus ist ein derart verbreitetes Phänomen, dass er sogar eine eigene Registerkarte bei Wikipedia hat. Laut Untersuchungen von Erin Cooper von der Temple University, die sich intensiv mit diesem Phänomen befasst, geben bis zu 60 Prozent der befragten Frauen zu, gelegentlich den Höhepunkt vorgetäuscht zu haben.
„Über den vorgetäuschten Orgasmus wird in der Popkultur und in Filmen gesprochen und in Zeitschriften geschrieben. Wir wissen, dass es ein relativ häufiges Phänomen ist, doch aus wissenschaftlicher Sicht wissen wir über ihn nichts, was ich für eine Katastrophe halte“, sagte die Professorin Cooper dem Server LiveScience.

Das Problem betrifft jedoch nicht nur Frauen. Laut einer weiteren Studie aus dem Jahr 2010 hat ein ganzes Viertel der Männer den Orgasmus gelegentlich vorgetäuscht. Der Grund? Sie wollten angeblich die Gefühle ihrer Partnerinnen nicht verletzen.

Warum lügen wir?

Erin Cooper interviewte 366 Frauen im Alter von 18 bis 32 Jahren, die ihre Gewohnheit zugaben, den Orgasmus vorzutäuschen. Sie wollte dadurch so viel wie möglich über ihre sexuellen Gewohnheiten und die Gründe, warum sie in ihren früheren Beziehungen den Orgasmus vortäuschten, sowie über ihre Gefühle auf dem Gebiet der Intimität erfahren. Viele von ihnen sagten, den Höhepunkt aus Angst vor Intimität vorzutäuschen, um ihre Besorgnis zu vertreiben, ob ihre Sexualität in Ordnung sei. Ein häufiger Grund war auch das Bemühen, den sexuellen Akt schnell zu beenden. Eine kleine Gruppe gab jedoch auch zu, das Vortäuschen selbst sexuell erregend zu empfinden und dabei Befriedigung zu erleben. „Es ist nicht an uns, ihre Strategie in Frage zu stellen, denn das Vortäuschen des Orgasmus ist für sie eines der Instrumente, welches ihnen dabei hilft, ein positives sexuelles Erlebnis zu erzielen“, fügte Erin Cooper hinzu.

Fifty Shades of Intimacy

Für Frauen, die Schwierigkeiten mit der Intimität haben, kann das Vortäuschen des Orgasmus eine Möglichkeit sein, emotionale Distanz zu ihrem Partner zu halten, ohne dabei sein Ego zu verletzen. „Frauen, die Schwierigkeiten mit der emotionalen Nähe zu anderen Menschen haben, haben auch Probleme mit der sexuellen Nähe“, erklärt Erin Cooper. „Ihre Probleme hängen wahrscheinlich mit mehreren Bereichen zusammen. Sie würden wahrscheinlich therapeutische Hilfe brauchen, die nicht unbedingt ihre Sexualität betreffen muss. Die kann Ursache oder ein Symptom sein. Wir wissen immer noch zu wenig über die Problematik, um weitere Schlussfolgerungen zu ziehen,“ fügt Erin hinzu.

Frauen, die den Orgasmus vortäuschen, um den Geschlechtsverkehr zu einem schnellen Ende zu bringen, tun dies vermutlich deshalb, weil es für sie schwierig ist, jemanden in ihr Leben zu lassen.“ Oder sie fühlen sich von ihrem Partner entfremdet und der Sex macht ihnen keinen Spaß. Sei es mit dem bestehenden Partner oder Sex im Allgemeinen“, fährt die Forscherin fort.

Mit Aufrichtigkeit zum besseren Sex

Natürlich wirkt sich all dies negativ auf ihre Beziehungen aus, und zwar nicht nur im Schlafzimmer. Wenn Sie eine solche Beziehung früher oder später nicht gegen die Wand fahren wollen, müssen Sie über Ihre Probleme reden. Vertrauen und Intimität sind der Schlüssel dazu, dass Frauen dieses Bedürfnis, den Orgasmus vorzutäuschen, überwinden und aufhören, im Bett, wo sie am meisten sie selbst sein sollten, etwas vorzulügen. Deshalb ist es an der Zeit, dass wir aufhören vorzutäuschen und mit dem Reden beginnen!