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Frauen verändern das Gesicht der Wissenschaft. Werden Sie eine der nächsten sein?

Wie viele Wissenschaftlerinnen kennen Sie? Marie Curie… Und wen noch? Wenn Ihnen kein anderer Name mehr einfällt, sind Sie damit nicht allein. Über Frauen in der Wissenschaft wird in Lehrbüchern und auf den Schulbänken nicht viel gesprochen, die Medien sind hier nur wenig besser. In letzter Zeit ist zumindest eine in die Schlagzeilen geraten: die Informatikerin Katie Bouman, dank deren Arbeit wir wissen, wie ein Schwarzes Loch aussieht.

Wie Katie die Frauen repräsentiert

Die 30-jährige Doktorandin des Massachusetts Institute of Technology war maßgeblich an der Entwicklung des Algorithmus beteiligt, welcher ihr Team der weltweit ersten Visualisierung eines riesigen Schwarzen Lochs in den letzten drei Jahren immer näher gebracht hat. Diese gelang im April dieses Jahres und das Foto der begeisterten Katie wurde zum Internet-Hit.

„Hinter diesem Bild steht nicht nur ein einziger Algorithmus oder ein einzelner Mensch. Um die richtigen Tools, Datenverarbeitungsmethoden, Bildgebungsmethoden und analytischen Techniken entwickeln zu können, bedarf es des Talents eines ganzen internationalen Teams von Wissenschaftlern und jahrelanger harter Arbeit“, schrieb sie auf ihrem Facebook-Account. Sie wollte so darauf hinweisen, dass das Ergebnis all dessen nicht nur ihr Verdienst ist, sondern zweihundert Leute daran gearbeitet haben.

Aber das ändert nichts daran, dass Katie für die so dringend benötigte Repräsentation von Wissenschaftlerinnen gesorgt hat. Und nicht nur mit diesem einen Foto. Vor zwei Jahren hat sie den gesamten Prozess, mit dem sie mit ihren Kolleginnen an der Darstellung eines Schwarzen Lochs arbeitet, auf TED Talks erläutert. Auf [YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=BIvezCVcsYs&feature=youtu.be haben ihren Talk „How to take a picture of a black hole“ mehr als drei Millionen Follower angesehen.

Eine Physikerin, die Wikipedia verbessert

Katie ist bei Weitem nicht die einzige Frau in der Wissenschaft. Und auch nicht die einzige erfolgreiche Frau. Nur hört und liest man von ihnen weniger. Die britische Physikerin Jess Wade hat das derart verärgert, dass sie beschlossen hat, jeden Tag mindestens einen Beitrag für Wikipedia zu schreiben: entweder über eine Wissenschaftlerin oder eine Frau aus einer anderen wenig repräsentierten Gruppe, die einen wichtigen Anteil an der Entwicklung der Wissenschaft hat oder hatte.

„Wenn ich über sie schreibe, inspiriert mich das jedes Mal. Ich sehe, wie viele unglaubliche Menschen unter uns sind“, sagt die Forscherin von der Royal University of London auf dem CNN-Server. „Gleichzeitig ist es eine großartige Motivation für meine weitere wissenschaftliche Arbeit, weil ich natürlich eines Tages so phänomenal sein möchte wie sie.“

Star-Wissenschaftlerinnen … und Sie?

Jess hat so bereits über Gertrudis de la Fuente geschrieben, eine spanische Biochemikerin, die grundlegende Entdeckungen zum Toxischen-Schock-Syndrom TTS gemacht hat, über die sudanesische Radiologin Hanie Morsi Fadi, die in Khartum ein Brustkrebsforschungszentrum gegründet hat und es leitet, oder über die amerikanische Physikerin Frances Pleasonton, die bereits Anfang der fünfziger Jahre dabei mithalf, erstmals die Halbwertzeit von Neutronen zu messen.

Ihr beliebtester Artikel handelt von Tamsin Mather – einer Vulkanologin von der Universität Oxford, die für ihre Entdeckungen auch keine noch so gefährliche Forschungsreise scheut. „Sie war bereits auf Expeditionen in Chile, Nikaragua, in Italien ... . Einmal zielte man sogar mit Waffen auf sie. Ihre Forschungen sind dabei wirklich erfolgreich, sie hat eine faszinierende Geschichte hinter sich und ist selbst wirklich cool“, sagt Jess Wade, die zum Glück nicht die einzige ist, die über Wissenschaftlerinnen schreibt. So hat ihnen beispielsweise auch die NASA mit dem Online-Projekt Women in Science Gehör verschafft.

Werden vielleicht gerade Sie die neue Tamsin oder Katie? Und warum nicht? Frauen haben in der Wissenschaft einen ebenso wichtigen Platz wie Männer. Haben Sie also keine Angst, sich auf ein neues Forschungsprojekt einzulassen oder sich für ein Fachgebiet einzuschreiben, das nur scheinbar eine männliche Domäne ist. Speak up!