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Die Evolution der Zahnschienen

Genau wie die Entwicklung von der ersten Ascheseife bis zur neuesten Handcreme haben auch Zahnschienen eine faszinierende Geschichte hinter sich. Aber nicht nur die Technologie hat sich verändert, sondern auch die kulturelle Bedeutung der Zähne: Sie sind zum Statussymbol und Ausdruck unserer Schönheit geworden.

Schöne Zähne – über Generationen hinweg

Unsere Vorstellungen von Schönheit können sich von Generation zu Generation ändern. Zwischen dem Look der 20er und 50er Jahre - mit Marilyn Monroe als Schönheitsideal - liegen Welten. Und doch gibt diesen einen Teil unseres Aussehens, der seit über 2.500 Jahren unverändert als schön gilt: Unser Lächeln! Aristoteles und Hippokrates schrieben beide über die Zahnbehandlung zu ihrer Zeit – und dabei ging es nicht nur um Reinigung. Vom Zurückschieben der Zähne mit den Fingern bis zum Einsatz von Holz- und Metallklammern: Ein perfektes Lächeln galt als elementarer Bestandteil eines gesunden Körpers. Archäologen haben Hunderte von Mumien mit Zahnklammern in Ägypten, Griechenland, der Levante und Italien gefunden. Den alten Etruskern war ihr Lächeln besonders wichtig: Ihre Mumien tragen hufeisenförmige Zahnspangen aus Bronze oder sogar Gold, um zu verhindern, dass die Zähne mit der Zeit in sich zusammenfallen. Man vermutet dahinter eine religiöse Bedeutung - damit die Verstorbenen auch im Jenseits Festmahle halten können. Sogar Königin Kleopatra trug vermutlich eine Zahnstütze!

Erst lange Stille – dann rasante Entwicklung

Nach Kleopatras Zeit passierte fast 1.800 Jahre lang nichts in Sachen Zahnbegradigung. Im Mittelalter war in Europa nur wenig Zeit für Ästhetik, und aus Indien, China oder Amerika liegen kaum Daten vor. Doch 1728 änderte sich alles: Der französische Zahnarzt Pierre Fauchard veröffentlichte „The Surgeon Dentist“ und beschrieb darin seine Methoden der Zahnbegradigung. Damit verfasste er im Grunde genommen das erste Handbuch der modernen Kieferorthopädie. Mit einem hufeisenförmigen Eisenstück namens „Bandeau“ erweiterte er den Gaumen und richtete die Zähne seiner Patienten. Sogar die französischen Könige trugen seine Bandeaus, und es kam wieder in Mode, sich um sein Lächeln zu kümmern.

Danach ging alles ganz schnell: 1819 führte Christophe Francoise Delabarre die Drahtkrippe ein. Dies gilt als die Geburtsstunde der modernen Kieferorthopädie. 1843 wurden von Dr. Edward Maynard erstmals Gummibänder eingesetzt. Die daraus gewonnenen Kenntnisse werden auch heute noch bei der Zahnbegradigung angewandt. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte Edward Angle das erste einfache Klassifikationssystem für Fehlstellungen - wie Klasse I, Klasse II usw. Dieses System wird auch heute noch von Zahnärzten angewandt, um die Stellung und Ausrichtung der Zähne zu beschreiben. Angle trug wesentlich zur Entwicklung und Vereinfachung kieferorthopädischer und zahnmedizinischer Geräte bei. Dadurch entstanden die guten alten Zahnspangen, wie wir sie aus unserer Kindheit kennen – und dies änderte die Zahnbegradigung mit Schienen und Aligners für immer! smile 680x420.jpg

Unsichtbar, aber wirkungsvoll

Digitale Prozesse und Lösungen sorgen in fast sämtlichen Lebensbereichen für mehr Effizienz – vom Straßenverkehr bis zur Landwirtschaft. Aber nicht alle Produkte haben sich in kurzer Zeit so rasant verändert wie die Zahnspange: In nur 50 Jahren fand eine Entwicklung vom Außenspangenbogen hin zur unsichtbaren Zahnschiene statt. Digitale Simulationen und 3D-Modelle begleiten die Behandlung und ermöglichen eine sehr hohe Genauigkeit der Ergebnisse. Darüber hinaus reduziert eine vorausschauende, langfristige Behandlungsplanung die Anzahl der Kontrollbesuche – und damit der Zeit, die du mit deinen Schienen verbringst. Da hochwertige Schienen angenehm glatt und perfekt angepasst sind, bieten sie ein Gefühl von Leichtigkeit und Komfort, von dem wir vor 30 Jahren nicht einmal zu träumen wagten.