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Warum gibt es nicht mehr Frauen in der Geschäftsführung von Unternehmen?

Gender-Diversität in der Geschäftsführung von Unternehmen bedeutet mehr Profit. Unternehmen mit der höchsten Anzahl an Frauen in der Geschäftsführung erzielen laut der Rangliste Fortune 500 um 42 Prozent mehr Umsatz und verfügen über 53 Prozent mehr Kapital als solche, deren Management sich ausschließlich aus Männern zusammensetzt. Unternehmen, in deren Geschäftsführung bereits eine Frau vertreten ist, haben ein um 20 Prozent niedrigeres Insolvenzrisiko. Worin liegt also das Problem?

Die Vorteile der Gleichstellung der Geschlechter in Unternehmen sind klar und werden von Studien immer wieder bestätigt. Die Anzahl der Frauen in den Leitungsorganen und im oberen und mittleren Management bleibt jedoch nach wie vor unangenehm niedrig.

Wie stehen wir Frauen in Unternehmen

In den Vereinigten Staaten sind Frauen in den Leitungsorganen zu 20 Prozent vertreten und nur 24,6 Prozent davon stehen in den höchsten Positionen. Die meisten Frauen im Management der größten Unternehmen finden wir in Norwegen (46,7 %), Frankreich (34 %) und Schweden (33,6 %). Aber auch hier bekommen sie nur in Ausnahmefällen das gleiche Gehalt wie die Männer. In ganz Europa machen Frauen ein Viertel der Vorstandsmitglieder öffentlich handelbarer Unternehmen aus. In Großbritannien sind in der Geschäftsführung von Unternehmen sogar 29 Prozent Frauen tätig – ein deutlicher Rückgang gegenüber 2012 und 2014.

Hindernisse kommen von oben

Um zu verstehen, warum es für Frauen so schwierig ist, in der Geschäftswelt die obersten Positionen zu erreichen, müssen wir nachforschen, wo sie auf Hindernisse – die sog. Glasdecke – stoßen. Eine Beraterstudie von McKinsley, die bei 222 US-amerikanischen Unternehmen und 12 Millionen Angestellten durchgeführt wurde, stellte fest, dass schon auf den niedrigeren Managementebenen die Zahl der eingestellten Frauen geringer ist als zuvor, und ihre Zahl sinkt entsprechend, wenn man die Unternehmenshierarchie durchläuft. Und das liegt nicht daran, dass die Angestellten unter den Bewerbern eine geringere Auswahl hätten, denn 57 Prozent der Universitätsabschlüsse in den Vereinigten Staaten besitzen Frauen.

Die Studie ergab auch, dass Ambitionen und Karrierepläne von Frauen denen ihrer männlichen Kollegen entsprechen. Und auch die Tatsache, dass, wenn Frauen unter den gleichen Lohnbedingungen wie Männer arbeiten würden, die Zahl ihrer Mitglieder in den Vorständen mehr als doppelt so hoch wäre. Die subjektive Wahrnehmung der Fähigkeiten von Frauen, der von Männern in Führungspositionen kontrollierte Arbeitsplatz und weniger Frauen in entscheidenden Positionen, die für andere Frauen kämpfen würden, sind weitere Hindernisse für ihren beruflichen Aufstieg.

Männer als Familienernährer? Längst nicht mehr!

Frauen auf der ganzen Welt entscheiden, wofür ihr Familienbudget ausgegeben wird. In den Vereinigten Staaten haben sie eine Kaufkraft von 5 bis 15 Billionen US-Dollar pro Jahr und 51 Prozent des persönlichen Eigentums. Längst erlangten sie den Status von Ernährerinnen, gute Ausbildung und einen Anteil auf dem Arbeitsmarkt. Dennoch sind sie nur selten in entscheidenden Positionen, von denen sie die von ihnen gekauften Produkte und Dienstleistungen direkt beeinflussen könnten, anzutreffen.

Menschen, die in eine demografische Gruppe fallen, können die Bedürfnisse aller anderen Gruppen nicht universell abdecken. Ein diversifizierter Vorstand ist für Unternehmen ein wichtiges Instrument, um auf Änderungen auf dem Markt schnell zu reagieren und die Konkurrenz zu übertreffen. Trotzdem müssen wir viele von ihnen immer wieder darauf hinweisen, dass in ihren Unternehmen, ein, sei es ein einziger, Vertreter von 50 Prozent der Bevölkerung fehlt.

Wir können nicht warten, bis es die Männer für uns tun

Die McKinsey-Studie führt weiter an, dass 50 Prozent der Männer glauben, Frauen seien an ihrem Arbeitsplatz ausreichend vertreten. Und 15 Prozent der Befragten glauben sogar, dass die höhere Vertretung von Frauen und der Druck auf die Gleichstellung der Geschlechter ihren beruflichen Aufstieg behindern.

Aber die Wahrheit ist, dass die Vorstandsmitglieder die Tendenz haben, zu ihrem „Lagerfeuer“ nur diejenigen zuzulassen, die ihnen ähnlich sind. Und das verschließt den Frauen die Tür. Eine andere Studie aus Harvard berichtet davon, der Mangel an Frauen in den Leitungsorganen sei auf einen Mangel an „qualifizierten weiblichen Kandidaten“ zurückzuführen. Dieses falsche Prisma könnte das Mentoring und das Networking von Frauen für Frauen verändern, das talentierte Frauen, die bisher übersehen werden, sichtbar machen würde.

Dies ist in erster Linie eine Aufgabe für Frauen in Senior-Positionen, die über Instrumente und eine ausreichend starke Stimme verfügen, um auf andere erfolgreiche Frauen aufmerksam zu machen und ihnen Gehör männlicher Ohren zu schenken. Es ist an der Zeit, sich gegenseitig zu unterstützen, keine Angst zu haben, den Mund zu öffnen und besonders den Männern zu zeigen, was sich behind our lips verbirgt!